Berlinale 2026: Forum, Forum Expanded, Berlinale Shorts und TEDDY-Talk
Auch in diesem Jahr ist das silent green Gastgeber der Berlinale. Im Rahmen des Filmfestivals verwandelt sich unsere Betonhalle in ein temporäres Kino, in dem Filme aus den Sektionen Forum, Forum Expanded und Berlinale Shorts gezeigt werden. Ergänzend dazu fördern moderierte Filmgespräche den Dialog zwischen Film und Gesellschaft, Kunst und Realität und laden zu einem lebendigen Austausch ein. Darüber hinaus präsentiert Forum Expanded sieben installative Arbeiten sowie zwei Performances.
Hier geht es zum Berlinale-Programm.
Forum
Mit 32 Filmen im Hauptprogramm und einem Forum Special unter dem Motto Mit Wasser kochen, reinen Wein einschenken, das auch der Auseinandersetzung mit kritischem Filmemachen im Zeitalter Künstlicher Intelligenz nicht ausweicht, sorgt das 56. Forum vielfach für Gelegenheit, den Status quo des Kinos in all seinen Facetten zu erkunden.
Weitere Informationen zum Programm des Forums auf der arsenal-Website.
Forum Expanded
Auch in diesem Jahr werden im Rahmen der 76. Berlinale 2026 ausgewählte Arbeiten des 21. Forum Expanded im temporären Berlinale-Kino in unserer Betonhalle gezeigt.
Lücken und Auslassungen, Gegenerzählungen und Überschreibungen: In vielen der für das 21. Forum Expanded ausgewählten filmischen Arbeiten stehen die Arten und Weisen im Fokus, wie Individuen und Staaten ihre Geschichte schreiben. Auch unter dem Eindruck aktueller weltpolitischer Entwicklungen, zunehmender Unsicherheit und anhaltender Kriege wird der Frage nachgegangen, wem die Autorität zugesprochen wird, historische Bewertungen und Festschreibungen vorzunehmen und welche anderen Perspektiven existieren. Die Installationen, Filme, Videos und Performances aus 31 Ländern fördern so Brüche und Risse zutage, sie weisen auf scheinbar Vergessenes hin, dessen Präsenz trotz aller Leugnung dennoch spürbar bleibt. Ihre oftmals persönlichen Zugänge eröffnen Räume der Selbstreflexion und des Erinnerns.
Weitere Informationen zum Programm des Forum Expanded auf der arsenal Webseite.
Installationen
Neben zahlreichen Filmen werden 7 Installationen und 2 Performances zu sehen sein. In der Gruppenausstellung widmet sich Riar Rizaldi in seiner Installation Fanfictie: Volcanology den Reibungspunkten zwischen westlich-kolonialer Wissenschaft und lokaler Wissensproduktion in Indonesien. Die Konvergenz von wissenschaftlicher Erforschung und Kolonialismus thematisiert auch Butterfly Stories: Malaise II von Laurence Favre. Die Künstlerin entwirft mit geschichteten und überlagerten Diaprojektionen collagierter Schmetterlingsspezies einen begehbaren Raum aus flirrenden, schwebenden Bildern, die sich strikter Kategorisierung widersetzen. Mit Land Invaders von Cassandra Gardiner und Juan Mateo Menendez ist erstmals ein Videospiel in der Ausstellung vertreten. Angelehnt an den Arcade-Klassiker Space Invaders, müssen Spieler*innen Christopher Columbus daran hindern, mit seinen Schiffen die Ufer von Turtle Island zu erreichen.
Butterfly Stories: Malaise II – Laurence Favre
Casting for a Film, Ihsan’s Diary – Lamia Joreige
Fanfictie: Volcanology – Riar Rizaldi
Industries of Denial, Stage 10: From Musa Dagh to Port Saïd - Angela Melitopoulos, Kerstin Schroedinger
Land Invaders – Cassandra Gardiner, Juan Mateo Menendez
The sun that fell into the water – Lena Kocutar
We Deh Here – Maybelle Peters
Berlinale Shorts
21 höchst unterschiedliche Filme wissen die Vielfalt der kurzen Erzählform versiert zu nutzen. Kurzfilme, an denen insgesamt 21 Produktionsländer beteiligt sind, feiern bei Berlinale Shorts 2026 ihre Weltpremiere.
Weitere Informationen zu den Berlinale Shorts.
WILD AT HEART: Community as Infrastructure in Queer Film Culture
Talk, 17.2., 11:00–12:15 Uhr
Moderation: Ana David, Programmer, Berlinale Panorama
TEDDY‑Veranstaltungen leben von einer Atmosphäre seltener Nähe. Jahr für Jahr kommen Filmschaffende, Programmierende, Produzent*innen und Verleiher*innen aus aller Welt zusammen, um in Kinofoyers, bei Panels oder über die Stadt verteilt Räume des Austauschs zu schaffen. Mit ihren klar queeren Perspektiven durchbrechen diese Begegnungen etablierte Strukturen und zeigen, wie queeres Kino nicht nur Gemeinschaft stiftet, sondern auch Publikum, Programmierungspraktiken und die Gespräche rund um Filme verändert.
Dabei spielt das Arsenal Filminstitut eine besondere Rolle. Zu seinen Gründungsmitgliedern gehörte Manfred Salzgeber – später erster Leiter der Berlinale‑Sektion Panorama und Mitbegründer des TEDDY AWARD –, dessen Einfluss die Ausrichtung des Hauses auf queere Filmkultur nachhaltig prägte. 1971 fand dort die Premiere von Rosa von Praunheims Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt statt, ein Wendepunkt der queeren Filmgeschichte mit internationaler Wirkung.
Das gemeinsame Sehen von Filmen, in denen eigene Erfahrungen sichtbar werden, hat queere Filmfestivals von Beginn an zu mehr gemacht als Vorführorten: zu Räumen kollektiver Zugehörigkeit, in denen Repräsentation zu geteilter Anerkennung wird und das Zusammensehen selbst Teil der kulturellen und politischen Erfahrung queeren Kinos ist.
Panelists
Kanakan-Balintagos
Director, The Blossoming of Maximo Oliveros, TEDDY 40
Manuela Kay
Journalist, Author, Activist
Curator, Porn Film Festival Berlin, Publisher, Siegessäule, L-Mag
Stefanie Schulte Strathaus
Artistic Director, Arsenal Filminstitut
Sarnt Utamachote
Artist, Curator, Film Programmer, XPOSED Queer Film Festival Berlin / Sinema Transtopia
76. Berlinale: Forum, Forum Expanded, Berlinale Shorts and TEDDY-Talk
Freitag,13.– Sonntag, 22. Februar
Betonhalle
Installationen: Eintritt frei
Tickets Filmprogramm & Performances über die Berlinale-Website