Corvo Records pres. Alessandra Eramo + Matto Zoppi + Zeynep Ayşe Hatipoğlu
silent green & Corvo Records präsentieren
Ein Konzertereignis an der Schnittstelle von Stimme, Elektronik und klanglicher Performance, bei dem Klang und Zuhören sich als poetische und physische Erfahrung entfalten. Das Programm zeigt drei Soloperformances von Alessandra Eramo, Matto Zoppi und Zeynep Ayşe Hatipoğlu, die jeweils unterschiedliche künstlerische Zugänge zu Klangpoesie, elektroakustischer Musik und Improvisation erkunden und zwischen Genres und Traditionen wechseln. Kuratiert von Corvo Records.
Das 2010 von Wendelin Büchler in Berlin gegründete Label Corvo Records veröffentlicht Vinyl, Kunstbücher sowie Kassetten und widmet sich dabei der Schnittstelle von Zeichnung, Klangkunst und zeitgenössischer Musik.
Alessandra Eramo – Stimme, Elektronik
In ihrem Solo für Stimme und Elektronik erschafft Alessandra Eramo eine Collage hypnotischer Klanglandschaften und Stimmen, die über den Klang hinaus in tiefere Schichten poetischen Ausdrucks vordringt. Sie erforscht tranceartige Zustände im Gesang durch erweiterte Vokaltechniken, non-verbales Vokalisieren, rohe Geräusche, Melodien, Verzerrung und unbekannte Sprachen, verwoben mit einem dynamischen Einsatz von Tonbändern. In Anlehnung an Klangpoesie zielt die Performance darauf ab, ein immersives akustisches Erlebnis zu erzeugen, fast wie eine spirituelle Übung, die mit den Zuhörenden geteilt wird.
Eramo ist Klangkünstlerin und Vokalistin, deren Arbeit Performance, Installation, Klangpoesie, Video und Zeichnung umfasst. Sie erkundet die latenten akustischen Territorien von Stimme und Geräusch als sozio-politische Angelegenheit. Ihre multimedialen Projekte und Live-Performances behandeln Fragen von Körper, Erinnerung, Migration und Ökologie und integrieren häufig partizipative Aktionen, Field Recordings und ortsspezifische Modi.
Matto Zoppi – Stimme, Elektronik
Mit Mikrofonen und Stativen als Erweiterungen seines Körpers erschafft Matto Zoppi eine fast gespenstische Performance, die Bewegung und Klang als Produkte von Handlung und Beschränkung neu konfiguriert. In dieser Arbeit wird der Aktionsraum zum zentralen Untersuchungsfeld. Stative, Kabel und Mikrofone sind keine neutralen Werkzeuge, sondern poetische Mittel: Instrumente von Macht und Durchsetzung, zugleich aber Strukturen der Unterstützung und Übertragung. Sie fungieren gleichzeitig als Kontrollmechanismen und resonante Gegenstücke zum Körper, wodurch dieser den Hörraum als relationales Territorium besetzen und gestalten kann.
Zoppi ist Klangkünstler und Performer, dessen Arbeit Klang, Poesie und erweiterte Stimmtechniken verbindet, um groteske und liminale narrative Spannungen zu erzeugen. Er erforscht Narration als Werkzeug zur Interpretation und Umgestaltung von Realität, oft unter Einbeziehung von Theater- und Radiokunst, um den Raum zwischen Zuhören, Klang, Sprache und Transformation zu untersuchen. Zoppi ist Mitbegründer des multimedialen Poesiekollektivs Fumofonico.
Zeynep Ayşe Hatipoğlu – Cello, Stimme, Elektronik
Zeynep Ayşe Hatipoğlu bewegt sich in ihrem Solo zwischen Cello, Stimme und Elektronik, zwischen elektroakustischen Kompositionen, Fixed-Media-Arbeiten und Interpretationen türkischer Makam-Lieder.
Hatipoğlu ist Cellistin, Komponistin und Improvisatorin, deren Arbeit sich fließend zwischen Genres bewegt und Wege des Schaffens jenseits fixer Stilrichtungen erkundet. Geboren und aufgewachsen in Istanbul, entwickelte sich ihre musikalische Sprache aus frühem Kontakt mit europäischer klassischer Musik und türkischen Makam-Traditionen und erweitert sich auf freie Improvisation, zeitgenössische, experimentelle und elektroakustische Musik.
Neben Komposition und Performance umfasst ihr umfangreiches Werk Klanginstallationen, ortsspezifische Projekte, kollaborative Ensembles und gesellschaftlich engagierte künstlerische Workshops.
Dienstag, 14. April
Kuppelhalle
Einlass: 19 Uhr / Beginn: 20 Uhr
Tickets