LAKE [sandbox]
Live Act Komposition Errors
LAKE ist ein hörorientiertes, live-audiovisuelles Format, das auf kollektiver Kreation, Präsenz und geteilter Autor*innenschaft basiert. Als temporäres Ökosystem konzipiert, lädt LAKE das Publikum in einen Raum ein, in dem Musik, Klang, Visuals und Körper in Echtzeit koexistieren – und in dem sich die Erfahrung nur dann vollständig entfaltet, wenn man physisch anwesend ist.
Im Zentrum von LAKE steht horizontale Zusammenarbeit: Audio- und visuelle Künstler*innen arbeiten gleichberechtigt und improvisieren innerhalb eines gemeinsamen Rahmens. Es gibt keine Hierarchie zwischen Klang und Bild, keine Trennung zwischen „Performer*innen“ und „Kontext“. Alles entsteht live – Elektronik, Stimmen, Instrumente, Texturen, Rhythmen und Visuals – geformt durch tiefes und körperliches Zuhören.
LAKE setzt auf menschlich geleitete Kreation: keine KI, keine automatisierte Autor*innenschaft. Stattdessen schlägt das Format ein Modell geteilter Verantwortung, kollektiven Risikos und gegenseitigen Vertrauens vor. Autorinnenschaft ist verteilt, und das Werk existiert als Moment statt als Produkt.
Das Projekt reflektiert zudem kritisch über Plattformdominanz und mediale Hegemonie. Während Teile von LAKE über Gatekeeper Radio auch aus der Ferne zugänglich sind, kann der Stream die physische Erfahrung bewusst nicht ersetzen. Man kann zuhören – aber der Raum fehlt. Präsenz zählt.
LAKE [sandbox] ist die erste Ausgabe von LAKE. Das Format versteht sich als offener Raum zum Erproben von Ideen und zur Erforschung kollektiven Hörens in Live-Elektronik und audiovisueller Performance.
Der Begriff „Sandbox" stammt aus der Informatik und bezeichnet eine Umgebung, in der Systeme frei getestet und ausprobiert werden können. In dieser Ausgabe teilen sich die beteiligten Künstler*innen denselben Raum und entwickeln die Session gemeinsam in Echtzeit. Durch aufmerksames Zuhören gestalten sie Klang, Stimme, Elektronik und Bild miteinander.
Sound Artists Ricardo Eizirik (he/they) Seine ästhetische Sprache ist geprägt von einem Interesse an der Spannung zwischen Kontrolle und Übermaß, Struktur und Zerfall. Archivmaterialien, alltägliche Gesten und Fundobjekte werden zu vielschichtigen, hybriden Formen verwoben, die die Grenzen zwischen Musik, bildender Kunst und Performance aufweichen. Flo Wilson In ihren Kompositionen verwischt Flo Wilson häufig die Grenzen zwischen organischen und synthetischen Elementen, indem sie komplexe Klangschichten verweben und üppige akustische Texturen schaffen. Andriy K. (he/they) Roberto Maqueda (he/they) Roberto Maqueda wird durch den Fonds von Pro Helvetia unterstützt. Julius Martin-Humpert (he/they) Julius Martin-Humpert ist Visual Resident. Efren Parra (he/they)
Ricardo Eizirik ist ein brasilianischer Komponist mit erweiterter künstlerischer Praxis, die instrumentale und elektronische Komposition, Installationen, Performance, DJing und kuratorische Arbeiten umfasst. Thematisch beschäftigt sich Eizirik häufig mit Körperwahrnehmung, kolonialen Geschichten, Mechanisierung der Gesellschaft und den Nebenprodukten des Alltags.
Flo Wilson (they/she) ist Komponist*in, Performer*in und Künstler*in aus Tāmaki Makaurau, Aotearoa. Ihre Praxis umfasst chorbasierte experimentelle elektronische Performances, immersive räumliche Klang- & Videoinstallationen, Kompositionen für zeitgenössischen Tanz sowie Arbeiten als Produzent*in.
Andriy K. ist ein in Kiew geborener, in Berlin lebender Klangkünstler, Produzent und DJ. Seine Arbeit bewegt sich zwischen Deep Listening und Clubkultur und schafft immersive Klangräume, die von Textur, Atmosphäre und emotionaler Resonanz geprägt sind. Durch die Verbindung von experimentellem Sounddesign mit Formen aus Techno, IDM und Ambient hat er auf Festivals wie transmediale, Les Siestes, FOG Festival sowie in Spielstätten wie silent green, OHM und RSO performt.
Roberto Maqueda ist ein in Basel ansässiger Klangkünstler, der in den Bereichen experimentelle Musik, elektronische Performance und Clubkultur arbeitet. Seine Praxis, verwurzelt in der Perkussion, integriert Ingenieurwerkzeuge, Automatisierung und räumliche Soundsysteme, um kollektives Hören und Live-Kreation zu erforschen. Er ist Co-Direktor des FOG Festival (Basel) und war zuvor beim EXIT Festival (Montevideo) tätig. International präsentiert er seine Arbeiten auf Festivals wie SONICA, SPOR, Manifeste und MaerzMusik.
Visual Artists
Julius Martin-Humpert ist ein in Berlin ansässiger Multimedia-Künstler und Forscher, der in den Bereichen Skulptur, Installation, Klang, Video und Performance arbeitet. Seine Praxis legt den Schwerpunkt auf kollaborative, forschungsbasierte Formate, darunter Radio, Publikationen und sozial engagierte Prozesse. Durch experimentelle Arbeit mit Materialien und räumliche Interventionen erforscht er kollektive Erfahrung, Wahrnehmung und die Politik geteilter Autor*innenschaft innerhalb zeitgenössischer kultureller Produktion.´
Efren Parra ist ein multidisziplinärer audiovisueller Künstler, der zwischen Barcelona und Berlin arbeitet. Ihre Praxis entfaltet sich an der Schnittstelle von Grafikdesign, Motion Graphics, Live-Visuals, Architektur und Lichtgestaltung. In der Arbeit mit räumlichen Umgebungen und audiovisuellen Performances konzentriert sich ihre Forschung auf die Beziehung zwischen Bild, Raum und Wahrnehmung sowie auf den Dialog zwischen analogen Prozessen und digitalen Technologien.
LAKE ist ein Projekt kuratiert von Andriy Kostiukov und Roberto Maqueda.
Mittwoch, 27. Mai
Kuppelhalle
Einlass: 18:00 / Beginn: 19:00
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