Poesiefestival Berlin 2026
Dante trifft auf einen Heavy Metal-Schriftzug, ein Glätteisen schwebt über Monstern aus südamerikanischen Schöpfungsmythen und die Meeresgöttin Leukothea erscheint vor einem Schmetterling, den ein Geweih rahmt – was geschieht hier?
Die Festivalmotive des diesjährigen Poesiefestival Berlin folgen einer poetischen Logik der Überlagerung: Antike Figuren treten neben popkulturelle Zeichen, mythische Körper spiegeln sich in zeitgenössischen Formen, Bedeutungen verschieben sich, vervielfachen sich, widersprechen sich. Es entsteht ein Bildfeld, in dem verschiedene Zeiten, Wissensordnungen und ästhetische Register gleichzeitig präsent sind.
Im Zentrum des diesjährigen Programms stehen drei große thematische Schwerpunkte, die sich über das Festival hinweg entfalten und denen zudem drei Abende explizit gewidmet sind: Mythos, Trauer und ein kritisches Ent-Schreiben eines zumeist weiß und männlich geprägten europäischen Literatur-„Kanons“. Alle Schwerpunkte verbindet, dass sie Repräsentationssysteme produktiv stören, Machtverhältnisse sichtbar machen und aus Auseinandersetzung und Reibung heraus neue Formen poetischen Sprechens finden. Sie ziehen sich durch das gesamte Programm des Festivals, das vom 15.5. bis 14.6. stattfindet.
Ab dem 2.6. stehen im silent green neben großen thematischen Abenden – etwa zu Writing Myth oder Writing Grief – zahlreiche Lesungen und Gespräche auf dem Programm, darunter Weltklang – Nacht der Poesie mit sieben internationalen Dichter*innen sowie die Berliner Rede zur Poesie, die in diesem Jahr von der belarusischen Dichterin Valzhyna Mort gehalten wird.
An zwei Wochenenden freuen wir uns außerdem auf kostenlose Lesungen von mehr als 50 Dichter*innen auf der Wiese.
Der Early-Bird-Vorverkauf mit einem begrenzten Kartenkontingent für ausgewählte Veranstaltungen hat bereits begonnen. Das komplette Programm mit Tickets wird im April 2026 veröffentlicht.
Dienstag, 2. Juni - Sonntag, 14. Juni
Kuppelhalle
Early-Bird-Vorverkauf