SAVVY Contemporary: Invokationen

Vorträge und Performances

Do, 09.06.2016 - So, 12.06.2016
SAVVY Contemporary

Jegliches Nachdenken über die ‘Zukunft’ erfordert eine tiefgründige Betrachtung der Vergangenheit sowie der Gegenwart. Falls nicht, sind Diskurse über Zukünfte und Futurismen von vornherein eskapistischer Natur – faszinierend aus der Ferne aber weit entfernt fern von faszinierend bei näherer Betrachtung. Dieses Projekt schlägt daher vor, “Hexerei” und ihre Redewendungen, Sprichwörter, Metaphern, Symbole, Gesänge und anderweitigen Ausdrucksformen als Erscheinungen kultureller, ökonomischer, politischer, historischer, medizinischer, technologischer und wissenschaftlicher Infrastrukturen zu betrachten, auf welchen parallele Realitäten gebaut sind und auf denen Zukünfte gebaut werden können. Es wird ‚Hexerei‘ als einen epistemologischen Raum untersuchen und als ein Medium für Kontinuitäten zwischen dem afrikanischen Kontinent und der afrikanischen Diaspora betrachten.

Das Prisma von Kunst und Diskurs wird dabei eingesetzt, um ‘Hexerei’ von seiner Verortung im ‘savage slot’ zu befreien, wo sie seit Jahrhunderten von monotheistischen Religionen und der ‘Wissenschaft’ eingesperrt wurde.

In einer Ausstellung und einer Reihe von Invokationen sind Künstler*innen, Kulturschaffende und Wissenschaftler*innen dazu eingeladen, über die folgenden Facetten nachzudenken:

Pour en Finir avec le Jugement de Dieu. Die Austreibung von Hexerei im Ritual
Künstler*innen: Georges Adéagbo, Haris Epaminonda, Georges Senga, Vladimir Lucien und Andrew Tshabangu.

Beyond Abyssal Thinking. Hexerei als Epistemologie
Künstler*innen: Em’kal-Eyongakpa, Louis Henderson, Marco Montiel-Soto, Emeka Ogboh, Buhlebezwe Siwani und Minette Vari.

 Na who gi you for Nyongo? Über Zombifizierungsökonomien
Künstler*innen: Atis Rezistans, Sammy Baloji, Jean-Ulrick Désert und Dil Humphrey-Umezulike.

 we see am fo wata. Über Supra-Realitäten und Soziopolitiken
Künstler*innen: Kiluanji Kia Henda, Patricia Kaersenhout, Ayrson Heráclito, Priscila Rezende und Nassim Rouchiche.

DAS AUSFÜHRLICHE KONZEPT FINDEN SIE HIER.

THE INCANTATION OF THE DISQUIETING MUSE ist Teil des African Futures-Projekts, das vom Goethe-Institut initiiert wurde. Gefördert wird es vom Goethe-Institut sowie vom TURN Fund der Kulturstiftung des Bundes. Wie mögen afrikanische Zukünfte aussehen? Wie malen sich Künstler*innen und Wissenschaftler*innen die Zukunft aus? Welche Formen und Erzählungen des Science Fiction haben afrikanische Künstler*innen entwickelt? Wer generiert Wissen über Afrika? Welche sind die verschiedenen Sprachen, mit denen wir über Afrikas politisches, technologisches und kulturelles Morgen sprechen? Diese waren einige der Fragen, die beim Festival African Futures gestellt wurden. Drei gleichzeitige Festivals in Johannesburg, Lagos und Nairobi im Oktober 2015 erkundeten die Zukunft, in dem sie den potentiellen Narrationen und künstlerischen Ausdruckweisen in Literatur, Bildender Kunst, Performance, Musik, Film und anderen digitalen Formaten folgten. 2016 wird African Futures in Berlin in Kollaboration mit SAVVY Contemporary fortgesetzt.  goethe.de/africanfutures

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