DEEN

Rahmenprogramm "all the lonely people"

Performance und Lesungen

Di, 05.10.2021
Betonhalle
17:00

UNANGENEHME SITUATION V I Performance

Da ein offenes Gestell für geistige Spaziergänge mehr Zuflucht und Ausflucht bietet als ein enges Häuschen, wird Ann Cotten eine Hundehütte zu einem Bücherregal umbauen. Es geht dabei um die Rhythmen einer aus der Sache erwachsenden spontanen Halbkompetenz, die reicht und einen mehr schützt als tausend Wände. Es geht beim Wohlfühlen im Machbaren darum, die Stimmungen, die dabei durchquert werden, musikalisch produktiv zu machen. Charlotte Fly (Dritte Hand) interveniert und reflektiert den Prozess mit Gitarre, Beats und insbesondere Envelope Filter, dem Tool der selbststeuernden Selbststeuerung, der immer glücklich abklingt. Da das Bücherregal nach der Performance als offenes in der Ausstellung verbleibt, sind Besuchernnni [lassen Sie das polnische Gendering über sich rinnen wie eine Dusche] eingeladen, dafür Bücher mitzubringen – und natürlich dann auch mitzunehmen.
„Unangenehme Situation (Laufnummer)“ ist eine Performanceserie von Ann Cotten, bei der Ästhetiken und Rhythmen der Inkongruenzen zwischen Kontrolle und Anforderung, Plan und Realität exploriert werden. Die Ästhetisierung des Unangenehmen soll dabei helfen, ihm ins Gesicht zu sehen. Bei „US II“, „US III“ und nun „US V“ steuert Mario Schlager aka Charlotte Fly den musikalischen Part bei.

Ann Cotten ist Schriftstellerin. Zuletzt erschien die Science Fiction „Lyophilia“ (Suhrkamp 2019). Cotten war zusammen mit Monika Rinck und Sabine Scho Mitglied der „Rotten Kinck Schow“ (2008-2016) und mit Lucy Cotten und Mario Schlager die Band „Dental Princes“.

Charlotte Fly ist Mario Schlager, Sänger und Gitarrist der Band „Dritte Hand“.
 

REFLECTIONS ON HERMITAGE AND SANCTUARIES II I Lesungen

Was besagen in Zeiten der nationalen wie pandemiebedingten, individuellen Abschottung Begriffe wie Rückzug, Zuflucht oder Isolation? Welche kulturellen, historischen, gesellschaftlichen und politischen Implikationen bergen sie? Werden Schutz, Erholung oder Privileg durch sie zum Ausdruck gebracht? Oder doch eine Verlorenheit, ein Ausgeliefertsein, vor allem auch sich selbst, der „Kirmes in dir selber“ (Monika Rinck)?

Antje Ravik Strubel: „Die große Elchwanderung“
Als die Rehe die havelländischen Wiesen wieder für ihr Revier hielten, die Pinguine auf der anderen Seite der Welt durch ihren eigenen Zoo liefen, als wären sie die Besucher, und die Elche in den Monaten April und Mai im hohen Norden an einer bestimmten Stelle den Ångermanälven, einen gewaltigen Fluss im schwedischen Norrland, überqueren auf ihrer Wanderung zu den saftigen Sommerwiesen, stellt die Autorin die Fragen: Gibt es ein Refugium ohne Raub und sind Orte nicht immer schon die Orte anderer?
Antje Rávik Strubel ist Autorin zahlreicher Romane und veröffentlichte im August ihren neuen Roman „Blaue Frau“ (Fischer-Verlag 2021), mit dem sie aktuell für den Deutschen Buchpreis nominiert ist. Sie übersetzt aus dem Englischen und Schwedischen u.a. Joan Didion, Lena Andersson, Lucia Berlin und Virginia Woolf.

Anna Haifisch: „Residenz Fahrenbühl“ und weitere Comics
Fahrenbühl ist eine abgeschiedene Künstlerresidenz, bewohnt von zwei Mäusen. Es ist der schönste Ort der Welt. Das Ländliche, so sagt man, stifte Ruhe und Besinnung. Doch die Reizlosigkeit der Abgeschiedenheit beginnt auf die Stimmung zu drücken. Wer das Paradies bewahren will, muss zu radikalen Mitteln greifen. In diesem Punkt unterscheidet sich eine Maus nicht von Gott.
Anna Haifisch zeichnet Comics. Im Oktober erscheint ihr neuer Comic „The Artist: Ode an die Feder“ (Reprodukt 2021). Ihre Bücher sind in mehreren Sprachen erschienen. Sie zeichnete Comicserien für das Museum of Modern Art, Le Monde, VICE und Texte zur Kunst.

Ann Cotten: „Sanctuary“ und weitere Texte
„Schutzräume sind immer wichtige provisorische Stationen, ändern aber nichts am Grundproblem, das herrscht, wenn man nicht, als wer auch immer, unbehelligt unter anderen durch die Welt gehen kann.“ Ann Cotten wehrt sich in ihrem Text gegen drinnen-draußen-Schemata und insbesondere als Frau gegen die Tendenz, in vermeintlich sichere Innenräume gesperrt zu werden.
Ann Cotten ist Schriftstellerin. Zuletzt erschien die Science Fiction „Lyophilia“ (Suhrkamp 2019). Cotten war zusammen mit Monika Rinck und Sabine Scho Mitglied der „Rotten Kinck Schow“ (2008-2016) und mit Lucy Cotten und Mario Schlager die Band „Dental Princes“.

Dienstag, 5. Oktober
Betonhalle
Beginn 17 Uhr
Zutritt mit Ausstellungsticket


Einige Hinweise zur Veranstaltung

  • Wir empfehlen, Tickets im Vorverkauf zu erwerben. Sämtliche online oder vor Ort registrierte Daten werden zur Kontaktnachverfolgung für vier Wochen gespeichert und anschließend vernichtet.
  • Für den Besuch der Veranstaltung gilt die 3G-Regelung: Es ist ein Nachweis eines tagesaktuellen Negativtests, einen vollständigen Impfschutz (die letzte Impfung  muss 14 Tage zurück liegen) oder eure Genesung (innerhalb der letzten 6 Monate) notwendig.
  • Es gilt in allen Bereichen einen Mund-Nasen-Schutz in Form einer medizinischen oder FFP2-Maske zu tragen, zu jeder Zeit Abstand zu anderen Menschen einzuhalten, euch regelmäßig ausgiebig die Hände zu waschen oder zu desinfizieren und ausschließlich in die Armbeuge zu niesen oder husten.
  • Bitte achtet auf Beschilderung, Hinweise und Wegführung.
  • Besucher*innen mit Erkältungssymptomen und diejenigen, die in den letzten 14 Tagen Kontakt zu einer an COVID-19 erkrankten Person hatten, bitten wir zu ihrem eigenen Schutz und dem der anderen, Zuhause zu bleiben. Gäste mit erkennbaren Symptomen einer Atemwegsinfektion und diejenigen, die nicht bereit sind, sich auf unsere Vorkehrungen einzulassen, müssen wir leider bitten, wieder zu gehen.
  • Wir empfehlen, die Corona-Warn-App der Bundesregierung zu verwenden.
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