FEMALE TO EMPOWER 

Konzert- und Filmwochenende im silent green 
08.–10. August 2019

Weibliche Komponistinnen, DJs und Produzentinnen sind und waren immer Bestandteil der musikalischen Gegenwarten. In den großen, männlich dominierten Erzählungen der Musikgeschichte finden sie dennoch bis heute kaum Erwähnung. Die Konzert- und Filmreihe Female to Empowermöchte deshalb die kaum gehörten kleinen und großen Geschichten der Musik aus einer ausschließlich weiblichen Perspektive erzählen.

Dafür kombiniert Female to Empower Musik-Dokumentarfilme mit Live-Konzerten, um nicht nur einen historisch-dokumentarischen Rückblick zu ermöglichen, sondern auch einen gegenwärtigen Blick auf das musikalische Schaffen von Frauen* in der populären Musik zu werfen. 
Die Reihe taucht ein in Biografien und Arbeitswelten musikalischer Pionierinnen, die damit nicht nur Vorbild sein sollen, sondern auch Perspektiven und Strategien aufzeigen wollen.


Ein Projekt der silent green Film Feld Forschung gGmbh.
Gefördert durch die Musicboard Berlin GmbH.

Medienpartner*: taz, askhelmut, Aviva-Berlin, Filmlöwin, Missy Magazine


TICKETS


 

Programm

Donnerstag, 8. August 2019 

Grandma Lo-Fi: The Basement Tapes Of Sigridur Nielsdottir
Filmbeginn:  19:30 Uhr

Die charmante, überwiegend auf Super-8 gedrehte Dokumentation widmet sich Sigrídur Níelsdóttir, der großen alten Dame der isländischen Musik. Zwar hat sie Zeit ihres Lebens Musik gemacht, begann aber erst spät, diese auch aufzunehmen. Als sie dann 2001 im Alter von 71 Jahren ihr erstes Album auf Kassette produzierte, wurde ihre selbstgemachte avantgardistische „Küchenmusik“ mit Keyboard und Haushaltsgegenständen schnell zu einem Kult in Island. Von da an gab es für Níelsdóttir kein Halten mehr. Bis heute hat sie in Heimarbeit über 600 Songs und 59(!) Alben aufgenommen.

(R: Kristin Björk Kristjánsdóttir, Orri Jónsson, Iceland/Denmark 2011, 62 Min.)

 

Donnerstag, 8. August 2019 

Tellavision
Konzertbeginn: 21:00 Uhr

Seit einem Jahrzehnt gehört Fee Kürten aka Tellavision zu den aufregendsten Klangerfinderinnen; auf bisher drei Alben, zwei EPs und in zahllosen Tracks hat Tellavision einen hoch individuellen Stil ausgebildet, in dem die Abstraktionen der Neuen Musik ebenso widerhallen wie die maschinenhaft-motorischen Rhythmen des alten Krautrock und die körperergreifende Unmittelbarkeit von Techno und Noise. Nicht zuletzt ihre Konzerte waren stets spektakulär: Sie sang und sampelte zugleich ihre Beats aus allen möglichen und unmöglichen Arten von live gespielten Perkussionsinstrumenten; eine Virtuosin der Loopstation: Ingenieurin eines technisch erzeugten musikalischen Ichs, in dem das Eigene und Fremde sich endlos ineinander verspiegeln.

 

Freitag, 9. August 

Monika Enterprise
Video-Werkschau, Beginn: 19:30 Uhr

Ein Streifzug durch das Video-Archiv des von Gudrun Gut gegründeten Labels „Monika Enterprise“, ergänzt durch Musikvideos einiger „Monika Werkstatt“- Künstler*innen, mit Beiträgen u.a. von: Barbara Morgenstern, Cobra Killer, Contriva, Danielle de Picciotto, Greie Gut Fraktion, Islaja, Masha Qrella, Natalie Beridze, Pilocka Krach, Sonae.

 

Monika Werkstatt live
Konzertbeginn: 20:30 Uhr

Monika Werkstatt ist ein Female Producer- und Künstlerinnenkollektiv aus Berlin, gegründet von Gudrun Gut, mit Musikerinnen aus dem Label-Umfeld Monika Enterprise und Moabit Musik. 
Monika Werkstatt macht Musik, die kein reines Wochenend-Entertainment ist, sondern einen klaren experimentellen Ansatz hat, sich öffnet und in seiner Freiheit auch verletzbar ist. Gleichzeitig möchten die erfahrenen Künstlerinnen andere anregen und in ihrer Arbeit bestärken - die beste Inspiration kommt vom Vorleben, auch dem Vorleben von Fehlern und Experimenten, die bei den Improvisationen zwangsläufig entstehen. Monika Werkstatt will mehr als Musik sein.

mit Gudrun Gut, Barbara Morgenstern, Pilocka Krach, Lucrecia Dalt

 

Samstag, 10. August 

"Die Musikjournalistin: Die, die drüber steht."
Panel, Beginn: 19:00Uhr 

Musikjournalistinnen sind Frauen*, die Definitionsmacht beanspruchen in einem nach wie vor männerdominierten Genre. Über ihr Leben und Wirken zwischen: Macht und Ohnmacht, Feminismus und Sexismus, Wissen und Begeisterung, und der puren Freude an der Musik.

Mit:

Diviam Hoffmann ist stellvertretende Geschäftsführerin des Radiosenders ByteFM und schreibt als freie Autorin für u.a. taz, Deutschlandfunk, NDR und WDR über Musik, Gesellschaft und Feminismus.

Miriam Davoudvandi leitete als Chefredakeurin das splash! Mag und arbeitet als freie Journalistin für diverse andere Musikmagazine mit dem Ziel "Rap wieder weich" zu machen. Nebenbei tourt sie mit ihrem Vortrag I've got 99 problems but being a feminist listening to rap ain't onedurchs Land und überzeugt als DJ Cashmiri mit einer Selection, in der Dancehall Queens Deutschrap-Legenden die Hand geben und Herzschmerz R&B auf düsteren Memphis Rap trifft.

Kerstin & Sandra Grether gelten als „Vordenkerinnen des Pop-Feminismus in Deutschland.“ (taz).
Bekannt wurden die Grether-Schwestern bereits in den 1990er-Jahren, als sie u.a. wegen ihrer feministischen Manifeste stilbildend für die Musikzeitschrift SPEX waren. Aktuell betreiben sie das Indie-Label Bohemian Strawberry Records (mit Fokus auf female* Artists), den Blog ichbraucheeinegenie.de und sind Kuratorinnen der Veranstaltungsreihen „Ich brauche eine Genie“ und „Krawalle und Liebe.“

Moderiert von Sandra Grether

 

Samstag, 10. August 

Live-Programm
Konzertbeginn: 20:00 Uhr

 

Doctorella ist die Electro-Rock Chanson Band von Kerstin & Sandra Grether. Bei Female To Empower spielen sie im Duo-Set alte und neue Krawall-Hits.

Lena Stoehrfaktor,
rappende Underground-Größe aus Berlin, bringt sich seit 2004 mit in die karge HipHop-Landschaft ein. Bis heute brachte Lena drei Solo-Alben heraus, außerdem drei Crew-Alben mit "Conexion Musical" und stellt ihr Können in verschiedenen musikalischen Projekten unter Beweis.

Maike Rosa Vogel
hat sich in diesem Jahrzehnt zu einer der wichtigsten deutschsprachigen Protestsänger*innen gemausert. Nicht zuletzt wegen starker Songs, die soziale Ungerechtigkeit thematisieren wurde sie Anfang der 2010er Jahre über Nacht zum Star und Liebling der deutschen Indieszene. Auf ihrem aktuellen Album "Alles was ich will" hat die Musikerin (fast) alle Instrumente selbst eingespielt, selbst produziert und natürlich alles selbst geschrieben, gesungen und getextet.

Samstag, 10. August 

Play Your Gender
Filmbeginn: 21:15 Uhr

Zum Zeitpunkt der Entstehung dieses Dokumentarfilms sprechen die Zahlen für sich: Der Anteil von Frauen als Musikproduzentinnen beläuft sich auf nur 5% und steht im deutlichen Kontrast zu ihrer Rolle als Popstars auf der Bühne des Musikbusiness. In der gesamten Geschichte der Verleihung der Grammy Awards seit 1959 sind bisher nur sechs Frauen als „Producer Of The Year“ nominiert worden, gewonnen hat den Grammy in dieser Kategorie bisher keine einzige Frau. Dieser Dokumentarfilm sucht nach Erklärungsansätzen für diese extreme Diskrepanz in der Musikindustrie und führt dazu Interviews u.a. mit Sara Quinn (Tegan & Sara), Melissa Auf der Maur (Smashing Pumpkins) und Patty Schemel (Hole).

 (R: Stephanie Clattenburg, Can 2016, 80 Min.)

 

 

 

Nach oben

de/en