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FEMALE TO EMPOWER 

Konzert- und Filmwochenende im silent green

Weibliche Komponistinnen, DJs und Produzentinnen sind und waren immer Bestandteil der musikalischen Gegenwarten. In den großen, männlich dominierten Erzählungen der Musikgeschichte finden sie dennoch bis heute kaum Erwähnung. Die Konzert- und Filmreihe Female to Empowermöchte deshalb die kaum gehörten kleinen und großen Geschichten der Musik aus einer ausschließlich weiblichen Perspektive erzählen.

Dafür kombiniert Female to Empower Musik-Dokumentarfilme mit Live-Konzerten, um nicht nur einen historisch-dokumentarischen Rückblick zu ermöglichen, sondern auch einen gegenwärtigen Blick auf das musikalische Schaffen von Frauen* in der populären Musik zu werfen. 
Die Reihe taucht ein in Biografien und Arbeitswelten musikalischer Pionierinnen, die damit nicht nur Vorbild sein sollen, sondern auch Perspektiven und Strategien aufzeigen wollen.


Ein Projekt der silent green Film Feld Forschung gGmbh.
Gefördert durch die Musicboard Berlin GmbH.

 

 


 

Programm 2020

Donnerstag, 20. August 2020

FEMALE TO EMPOWER im Livestream

 

20.00 Uhr, Konzert

Katharina Ernst

Katharina Ernst (*1987 in Wien) ist studierte Malerin und begann mit neun Jahren Schlagzeug zu spielen. Ihr Interesse beim Schlagzeugspielen gilt polyrhythmischen, polymetrischen und chaotischen Strukturen, wobei sie Reduktion als Mittel zur Annäherung an Komplexität versteht.
Ernst‘ künstlerische Praxis ist vielseitig und vereint Performance, Choreographie und visuelle Kunst in sich. Ihre Solo-Konzerte, musikalischen Projekte und Ausstellungen brachten sie bereits um die ganze Welt. Bisherige künstlerische Zusammenarbeiten waren u.a. mit Ken Vandermark, Peter Kutin, Chicks on Speed, dieb13, Christina Kubisch und Martin Siewert.

 

21.00 Uhr, Talk

Katharina Ernst im Gespräch mit Diana McCarty

Frauen können kein Schlagzeug – ein längst widerlegtes Vorurteil. Ein spannenderes Gesprächsthema mit Katharina Ernst sind deshalb Schlagzeug-Kompositionen, Polymetrik, Polyrhythmik und Inspirationen.

Diana McCarty
Diana McCarty lebt und arbeitet in Berlin. Sie ist Gründerin des freien Radiosenders reboot.fm, Mitgründerin der faces-I Mailingliste und Gründungsmitglied des Kulturradionetzwerks radia.fm. Als Cyberpunk war McCarty in den 90er Jahren in der Netzkultur aktiv und arbeitete u.a. mit metaforum und net.art. Ihre Arbeit dreht sich um Kunst, Gender, Politik und Technologie. McCarty hat ein langfristiges Interesse an radikalen Feministinnen.

 

21.30 Uhr, Film

Touch The Sound – A Sound Journey With Evelyn Glennie

(R: Thomas Riedelsheimer, Germany/United Kingdom, 2004, 99 min.)

Den Klang berühren: So beschreibt die britische Schlagzeugerin und Perkussionistin Evelyn Glennie ihr Hören. Nachdem sie als Kind ihr Gehör weitgehend verlor, hat sie gelernt anders zu hören und den Körper als Resonanzraum zu nutzen. Ausgangspunkt dieser filmischen Klangreise von Evelyn Glennie, die Thomas Riedelsheimer filmisch begleitet, sind die Geräusche, Klänge und Rhythmen unseres Alltags. Von dort führt der Weg tiefer, zur Entstehung und den Ursprüngen des Klangs und zur Erkundung des Rhythmus als Grundlage jeder Lebensform.

Freitag, 21. August 2020

Afro x Pop

Kuratiert von Pamela Owusu-Brenyah

 

19.30 Uhr, Film

ASSURANCE

(R: Juba, Germany/Nigeria 2020, 35 min.)

Ihre Neugier als britisch-nigerianische DJ für neue Perspektiven in der Gender-Debatte führte Juba als Regisseurin nach Lagos, wo sie mit drei weiblichen DJs in Kontakt kam: Sensei Lo, DJ Yin und DJ Ayizan. Das Eintauchen in die Lebenswelten der drei Frauen ermöglichte ihr die Auswirkungen der gesellschaftlichen Erwartungen und Urteile eingehender zu erforschen. ASSURANCE zeigt die Hindernisse, mit denen weibliche DJs auf und jenseits der Tanzfläche konfrontiert sind, verdeutlicht aber auch deren Mut, das Recht auf eigene musikalische Karrieren einzufordern.

20.15 Uhr, Talk

Juba und Noraa im Gespräch mit Pamela Owusu-Brenyah

Drei schwarze Frauen in der Musikindustrie: eine DJ, eine Sängerin und eine Musikberaterin.
Sie sprechen über ihre persönlichen und beruflichen Erfahrungen. Ein mehrperspektivisches Gespräch, welches Einblick gibt in die Bedeutung ihrer afrikanischen Wurzeln für ihre Arbeit, warum Positivrassismus ihnen teilweise im Musikbusiness zugutekommt und welchen Stereotypen sie als Schwarze Frauen immer wieder begegnen.

Pamela Owusu-Brenyah
Pamela Owusu-Brenyah macht sich für die Sichtbarkeit zeitgenössischer Afro-Popkultur in Deutschland stark. Die in Berlin ansässige Musikberaterin, Festivalveranstalterin und DJ arbeitet als A&R bei AFROFORCE1 Records, Universal Music Task Force für den afrikanischen Musikmarkt. Mit ihrer Community-Plattform sowie ihrem Festival AFRO x POP möchte sie talentierten Künstler*innen der afro-deutschen Szene eine Bühne geben.

 

21.00 Uhr, Konzert

Noraa 

 Die Wahlpariserin Noraa veröffentlichte ihr RnB & Soul-Pop Debütalbum „Mixed Feelings“ im August 2019. Geboren in Köln, wuchs die Künstlerin zusammen mit ihrer deutschen Mutter und ihrem aus dem Tschad stammenden Vater auf. Als Kind hörte sie viel Musik und Sounds aus Somalia und Äthiopien, die ihr Vater auf der Gitarre begleitete. Später arbeitete sie als Backgroundsängerin für Flo Mega und Patrice, bald darauf stand sie auf großen Bühnen wie beim „Summerjam“ oder dem „Bundesvision Song Contest“. Mit ihren zwei Schwestern gründete sie das DJ-Kollektiv Tchari-Squad, das seither die Tanzflächen mit einem Mix aus Afrobeats und Dancehall unsicher macht.

21.30 Uhr, DJ-Set

Juba

Juba ist ein Kind der Nigerianischen Diaspora im UK und beschäftigt sich seit 2016 als DJ musikalisch mit ihrem Erbe, indem sie hauptsächlich Musik aus Afrika und der afrikanischen Diaspora auflegt. Mit aufregenden Übergängen und ihrer sprudelnden Energie hat sie sich einen Ruf als selbstbewusste, versierte und furchtlose DJ aufgebaut, die sich über die Grenzen Europas hinaus für Zukunftsmusik aus Afrika und der Afrikanischen Diaspora einsetzt.
Juba ist regelmäßige Host beim Berlin Cashmere Radio und Mitgründerin des Londoner Boko! Boko! Kollektivs. Ihre Plattformen nutzt sie um gesellschaftspolitische Probleme rund um die Welt der Musik zu erforschen.

 

Samstag, 22. August 2020

18.00 Uhr, Film

Twenty Feet From Stardom

R: Morgan Neville, United States 2013, 91 min.

Sie haben Musikgeschichte geschrieben, aber in der Maschinerie der Musikindustrie sind sie oft nur namenlose Zahnräder: Backgroundsängerinnen. Twenty Feet From Stardom rückt einige der besten Backgroundsängerinnen der Pop-und Rockmusik dahin, wo sie es längst verdient haben: ins Licht der Öffentlichkeit. Der Film erzählt die Geschichten von Darlene Love, Merry Clayton, Judith Hill, Lisa Fischer, Táta Vega und vielen anderen und es macht Spaß ihnen dabei zuzuhören.

20.00 Uhr, Talk

CATT und Elke Brauweiler im Gespräch mit Diana McCarty

Background singen als Balanceakt zwischen eigenen musikalischen Ambitionen und Auftragsarbeit: Eindrücke und Erfahrungen aus einem eher unbekannten Terrain des Musikbusiness im Gespräch mit CATT und Elke Brauweiler.

 

21.00 Uhr, Konzert

Elke Brauweiler

 Elke Brauweiler wurde bekannt als Mitgründerin und Sängerin der Band PAULA, mit der sie sechs Alben veröffentlichte und zweimal für den Echo nominiert war. Daneben sang und spielte sie als Bratschistin mit Künstler*innen wie Katja Werker, Bernd Begemann, Olli Schulz, Bosse, Nils Frevert und José González.
Im Jahr 2006 veröffentlichte Brauweiler ein französisches Chanson-Coveralbum und tourte anschließend im Vorprogramm von Nouvelle Vague. Daneben arbeitete sie für diverse Pop-Künstler*innen als Arrangeurin, organisierte als Bookerin Open-Air-Konzerte und leitete einen Frauenpopchor.
Zuletzt veröffentlichte Brauweiler im Januar 2019 unter ihrem bürgerlichen Namen das Soloalbum Freund.

 

21.30 Uhr, Konzert

CATT

CATT wuchs in einem norddeutschen Dorf auf, umgeben von Wäldern und klassischer Musik, bevor sie nach Berlin zog, um Musik zu machen.
Die Multi-Instrumentalistin spielt Klavier, Posaune, Trompete, Waldhorn und Percussion. Als Songwriterin, Studio- und Live-Musikerin arbeitete sie mit namhaften Künstler*innen wie Sarah Connor, Judith Holofernes, Kat Frankie, Prinz Pi oder Max Herre (um nur einige zu nennen, die Liste ist lang!), außerdem schreibt sie Filmmusik und arrangiert Orchesterbesetzungen.
Im Juni 2019 veröffentlichte CATT ihr erstes Album Moon, das sich musikalisch zwischen Klavier-Pop und Indie bewegt. Anfang des Jahres 2020 erhielt sie ein Stipendium der Roger Willemsen Stiftung, um an neuen Songs zu arbeiten.

 

 

Programm 2019

Donnerstag, 8. August 2019 

Grandma Lo-Fi: The Basement Tapes Of Sigridur Nielsdottir
Filmbeginn:  19:30 Uhr

Die charmante, überwiegend auf Super-8 gedrehte Dokumentation widmet sich Sigrídur Níelsdóttir, der großen alten Dame der isländischen Musik. Zwar hat sie Zeit ihres Lebens Musik gemacht, begann aber erst spät, diese auch aufzunehmen. Als sie dann 2001 im Alter von 71 Jahren ihr erstes Album auf Kassette produzierte, wurde ihre selbstgemachte avantgardistische „Küchenmusik“ mit Keyboard und Haushaltsgegenständen schnell zu einem Kult in Island. Von da an gab es für Níelsdóttir kein Halten mehr. Bis heute hat sie in Heimarbeit über 600 Songs und 59(!) Alben aufgenommen.

(R: Kristin Björk Kristjánsdóttir, Orri Jónsson, Iceland/Denmark 2011, 62 Min.)

 

Donnerstag, 8. August 2019 

Tellavision
Konzertbeginn: 21:00 Uhr

Seit einem Jahrzehnt gehört Fee Kürten aka Tellavision zu den aufregendsten Klangerfinderinnen; auf bisher drei Alben, zwei EPs und in zahllosen Tracks hat Tellavision einen hoch individuellen Stil ausgebildet, in dem die Abstraktionen der Neuen Musik ebenso widerhallen wie die maschinenhaft-motorischen Rhythmen des alten Krautrock und die körperergreifende Unmittelbarkeit von Techno und Noise. Nicht zuletzt ihre Konzerte waren stets spektakulär: Sie sang und sampelte zugleich ihre Beats aus allen möglichen und unmöglichen Arten von live gespielten Perkussionsinstrumenten; eine Virtuosin der Loopstation: Ingenieurin eines technisch erzeugten musikalischen Ichs, in dem das Eigene und Fremde sich endlos ineinander verspiegeln.

 

Freitag, 9. August 

Monika Enterprise
Video-Werkschau, Beginn: 19:30 Uhr

Ein Streifzug durch das Video-Archiv des von Gudrun Gut gegründeten Labels „Monika Enterprise“, ergänzt durch Musikvideos einiger „Monika Werkstatt“- Künstler*innen, mit Beiträgen u.a. von: Barbara Morgenstern, Cobra Killer, Contriva, Danielle de Picciotto, Greie Gut Fraktion, Islaja, Masha Qrella, Natalie Beridze, Pilocka Krach, Sonae.

 

Monika Werkstatt live
Konzertbeginn: 20:30 Uhr

Monika Werkstatt ist ein Female Producer- und Künstlerinnenkollektiv aus Berlin, gegründet von Gudrun Gut, mit Musikerinnen aus dem Label-Umfeld Monika Enterprise und Moabit Musik. 
Monika Werkstatt macht Musik, die kein reines Wochenend-Entertainment ist, sondern einen klaren experimentellen Ansatz hat, sich öffnet und in seiner Freiheit auch verletzbar ist. Gleichzeitig möchten die erfahrenen Künstlerinnen andere anregen und in ihrer Arbeit bestärken - die beste Inspiration kommt vom Vorleben, auch dem Vorleben von Fehlern und Experimenten, die bei den Improvisationen zwangsläufig entstehen. Monika Werkstatt will mehr als Musik sein.

mit Gudrun Gut, Barbara Morgenstern, Pilocka Krach, Lucrecia Dalt

 

Samstag, 10. August 

"Die Musikjournalistin: Die, die drüber steht."
Panel, Beginn: 19:00Uhr 

Musikjournalistinnen sind Frauen*, die Definitionsmacht beanspruchen in einem nach wie vor männerdominierten Genre. Über ihr Leben und Wirken zwischen: Macht und Ohnmacht, Feminismus und Sexismus, Wissen und Begeisterung, und der puren Freude an der Musik.

Mit:

Diviam Hoffmann ist stellvertretende Geschäftsführerin des Radiosenders ByteFM und schreibt als freie Autorin für u.a. taz, Deutschlandfunk, NDR und WDR über Musik, Gesellschaft und Feminismus.

Miriam Davoudvandi leitete als Chefredakeurin das splash! Mag und arbeitet als freie Journalistin für diverse andere Musikmagazine mit dem Ziel "Rap wieder weich" zu machen. Nebenbei tourt sie mit ihrem Vortrag I've got 99 problems but being a feminist listening to rap ain't onedurchs Land und überzeugt als DJ Cashmiri mit einer Selection, in der Dancehall Queens Deutschrap-Legenden die Hand geben und Herzschmerz R&B auf düsteren Memphis Rap trifft.

Kerstin & Sandra Grether gelten als „Vordenkerinnen des Pop-Feminismus in Deutschland.“ (taz).
Bekannt wurden die Grether-Schwestern bereits in den 1990er-Jahren, als sie u.a. wegen ihrer feministischen Manifeste stilbildend für die Musikzeitschrift SPEX waren. Aktuell betreiben sie das Indie-Label Bohemian Strawberry Records (mit Fokus auf female* Artists), den Blog ichbraucheeinegenie.de und sind Kuratorinnen der Veranstaltungsreihen „Ich brauche eine Genie“ und „Krawalle und Liebe.“

Moderiert von Sandra Grether

 

Samstag, 10. August 

Live-Programm
Konzertbeginn: 20:00 Uhr

 

Doctorella ist die Electro-Rock Chanson Band von Kerstin & Sandra Grether. Bei Female To Empower spielen sie im Duo-Set alte und neue Krawall-Hits.

Lena Stoehrfaktor,
rappende Underground-Größe aus Berlin, bringt sich seit 2004 mit in die karge HipHop-Landschaft ein. Bis heute brachte Lena drei Solo-Alben heraus, außerdem drei Crew-Alben mit "Conexion Musical" und stellt ihr Können in verschiedenen musikalischen Projekten unter Beweis.

Maike Rosa Vogel
hat sich in diesem Jahrzehnt zu einer der wichtigsten deutschsprachigen Protestsänger*innen gemausert. Nicht zuletzt wegen starker Songs, die soziale Ungerechtigkeit thematisieren wurde sie Anfang der 2010er Jahre über Nacht zum Star und Liebling der deutschen Indieszene. Auf ihrem aktuellen Album "Alles was ich will" hat die Musikerin (fast) alle Instrumente selbst eingespielt, selbst produziert und natürlich alles selbst geschrieben, gesungen und getextet.

Samstag, 10. August 

Play Your Gender
Filmbeginn: 21:15 Uhr

Zum Zeitpunkt der Entstehung dieses Dokumentarfilms sprechen die Zahlen für sich: Der Anteil von Frauen als Musikproduzentinnen beläuft sich auf nur 5% und steht im deutlichen Kontrast zu ihrer Rolle als Popstars auf der Bühne des Musikbusiness. In der gesamten Geschichte der Verleihung der Grammy Awards seit 1959 sind bisher nur sechs Frauen als „Producer Of The Year“ nominiert worden, gewonnen hat den Grammy in dieser Kategorie bisher keine einzige Frau. Dieser Dokumentarfilm sucht nach Erklärungsansätzen für diese extreme Diskrepanz in der Musikindustrie und führt dazu Interviews u.a. mit Sara Quinn (Tegan & Sara), Melissa Auf der Maur (Smashing Pumpkins) und Patty Schemel (Hole).

 (R: Stephanie Clattenburg, Can 2016, 80 Min.)

 

 

 

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