Ensemble Nist-Nah + Shouji Hara

silent green präsentiert

Ensemble Nist-Nah

Will Guthrie, Charles Dubois, Mayomi Moreno, Elora Antolin, Sven Michel, Julien Ouvrard, Ellen Pelé
Gamelan, Perkussion, Schlagzeug

Das Ensemble Nist-Nah wurde 2019 als hybrides Gamelan-/Perkussionsensemble gegründet und wird vom in Nantes lebenden australischen Schlagzeuger und Perkussionisten Will Guthrie geleitet. Der Sound ist von traditionellen Musikformen Indonesiens sowie gongbasierter Musik aus Südostasien geprägt und inspiriert. Gleichzeitig versucht das Ensemble jedoch, sich sowohl von trockenen akademischen Diskursen als auch von fragwürdiger Exotisierung zu distanzieren. Stattdessen stehen klangliche und interaktive Aspekte im Vordergrund. Seit der Gründung verfolgt Nist-Nah das Ziel, Musik zu schaffen, die sich stetig weiterentwickelt, relevant bleibt, respektvoll mit ihren Einflüssen umgeht und sich den aktuellen Mitgliedern und deren Interessen anpasst.

Ensemble Nist-Nah entstand aus Guthries langjähriger Arbeit mit gestimmter Perkussion und resonierenden Metallen. Dabei werden Gongs, Klangschalen und Glocken als melodisches und harmonisches Material genutzt und mit polyrhythmischen sowie polymetrischen Strukturen kombiniert. Die präsentierte Musik basiert auf seinen Reisen nach Indonesien und seiner Wertschätzung verschiedener Formen der Gamelan-Musik – von der schwebenden Zeitlichkeit des höfischen javanischen Gamelan Sekaten über die rohe Wiederholung des javanischen Trancerituals Jathilan bis hin zum akustischen „Glitch“ des zeitgenössischen balinesischen Komponisten Dewa Alit und seines Gamelan Salukat. 

Während Guthrie sein musikalisches Spektrum erweitert, um die Instrumentierung des Gamelan zu erforschen und seiner Liebe zu dieser zugleich hochentwickelten und elementaren Perkussionsmusik Tribut zu zollen, reichen die Einflüsse weit darüber hinaus. Dazu gehören die Perkussionswerke von Roscoe Mitchell, die multidirektionale Improvisationsmusik von Henry Threadgill sowie kulturübergreifende Projekte von Trevor Watts, Michael Ranta und Mike Cooper.

Nist-Nah vereint acht Musiker*innen mit vielfältigen und eklektischen Hintergründen und bringt dadurch ein breites Spektrum an Erfahrung zusammen. Darüber hinaus lädt das Ensemble regelmäßig Gäste wie Jennifer Torrence, Sarah Hennies, Toma Gouband und Jessika Kenney ein.

2024 begann die zweite Phase des Ensembles: Eine neue Formation mit jüngeren Musiker*innen aus Nantes sowie neues musikalisches Material prägten diesen Abschnitt. 

Parallel zu den künstlerischen Aktivitäten organisieren verschiedene Mitglieder regelmäßig Workshops und unterrichten Gamelan. Die außergewöhnlichen Instrumente und Lehrmethoden dienen dabei als Mittel, Menschen zusammenzubringen – unabhängig von Alter oder Erfahrungsstand. 

2025 veröffentlichte Ensemble Nist-Nah sein zweites Album SPILLA beim Label Black Truffle Records.

 

Shouji Hara
Gitarrist aus Japan, lebt in Berlin.

Things that were there yet passed unnoticed and left behind.
Things whose existence was controlled even before they were born.

I want to be with these things,to experience their existence, and to celebrate it.
Letting go of the idea of myself.

Neither active nor passive, but in the space between, where things become friends with one another.

My practice is an attempt to open the space where uncertain sounds, overlooked presences, and phenomena that have gone unnoticed can simply be there.

For me, music is not about asserting something.
It is an act of listening, of making space, and of allowing what has always been there to reveal itself.

And I believe that this does not happen only within the space. It also happens within the listener.

 

Mittwoch, 7. Oktober
Kuppelhalle
Einlass: 19 Uhr / Beginn: 20 Uhr
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