Mississippi Records pres. A People’s History of Music
silent green präsentiert
A People’s History of Music
(Musik in Zeiten des Autoritarismus)
Eine audiovisuelle Show von Eric Isaacson (Gründer von Mississippi Records)
Die etwa 90–100-minütige audiovisuelle Präsentation (eher eine mitreißende Performance bzw. ein Screening als ein Vortrag) erzählt eine Geschichte des musikalischen Widerstands.
Sie schlägt große, mutige Bögen und kehrt immer wieder zu kunstvollen und ungewöhnlichen Details zurück. Im Mittelpunkt stehen Musik aus Äthiopien, Slowenien, Kenia, den USA und darüber hinaus sowie Erics farbenreich geschilderte persönliche Erfahrungen mit dem schleichenden Aufstieg des Faschismus. Archivfilme, Tondokumente und Bilder erzählen von Widerstand gegen autoritäre Strukturen und von unabhängigen, informellen Wegen der Musikverbreitung.
The Cramps, Jimmie Rodgers (der „Yodeling Brakeman“), Kipsigis-Stammesmusiker, Scientologen, Sting, äthiopische Popstars, Punks aus Portland, russische Raubkopierer, Spotify, Oktopusse, The Beatles, The Germs, afrikanische Cowboys und Techno-Faschisten sind einige, um die es gehen wird.
Eric ist bekannt für seinen bescheiden-komischen, unverwechselbaren Stil und dafür, vergessene Schätze des globalen musikalischen Undergrounds ans Licht zu bringen. Mit viel Intuition und Gespür entdeckt er Brüche, Eigenheiten und beseelte Geschichten in den oft übersehenen Traditionen von Punk, Gospel, Soul, Blues und Roots-Musik aus aller Welt.
Inhaltliche Schwerpunkte
Weltweit fortbestehende DIY-Musikszenen und ihre Verbindungen zwischen bedrohten Gemeinschaften
Der Widerstand der Underground-Musik gegen Zensur und Propaganda
Geheime revolutionäre Botschaften, die sich in Popmusik verbergen
Unfreiwillig komische musikalische Ausflüge von Faschisten, autoritären Systemen und Staaten
Die unterschwellige Verbindung zwischen New-Age-Musik und Faschismus
Ergänzt durch ungewöhnliche Geschichten, skurrile Fundstücke und Beispiele für die teils absurden Versuche machtbesessener Führungspersönlichkeiten, Musik als Propagandamittel einzusetzen.
Über Eric Isaacson und Mississippi Records
Eric Isaacson ist der Gründer von Mississippi Records sowie zahlreicher weiterer kleiner, spezialisierter Plattenlabels wie Cairo, Pyramid und Velvet Ramp.
In den vergangenen 23 Jahren hat er mehr als 390 Platten und 165 Mixtapes mit DIY-Musik aus aller Welt veröffentlicht. Das Spektrum reicht von Punk und afrikanischen Gitarren-Griots über griechische Untergrundmusik, Deep Country Blues, Gospel, Folk und estnische Klassik bis hin zu Soul, Spiritual Jazz und vielem mehr. Eric konzipierte und gestaltete die Plattencover, übernahm die Bearbeitung, arbeitete mit Künstler*innen und deren Nachfahren zusammen, schrieb die Begleittexte und kümmerte sich selbst um das Zusammenstellen und Verschicken der Veröffentlichungen.
In den ersten 17 Jahren war Mississippi Records überhaupt nicht im Internet präsent, veröffentlichte keine digitale Musik und betrieb in Portland, Oregon, einen Plattenladen, in dem ausschließlich bar bezahlt werden konnte. Das Label beantwortete keine Presseanfragen und war nicht in sozialen Medien vertreten. Trotz dieser bewussten Beschränkungen verkaufte es mehr als eine Million Platten.
Neben der Veröffentlichung von Musik und dem Betrieb eines Plattenladens tourt Eric seit zwölf Jahren mit Präsentationen wie dieser. Seine Veranstaltungen setzen sich für DIY-Kultur ein und versuchen, die ausbeuterischen Strukturen der kommerziellen Musikindustrie sichtbar zu machen.
Donnerstag, 3. Dezember
Einlass: 19:30 / Beginn: 20:00
Atelier 2
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