Psychic Liberation Night: Andrea Pensado + HMOT + bela
silent green präsentiert
Psychic Liberation (PL) ist ein 2013 gegründetes Label, das ursprünglich von Miguel Alvariño unter dem Titel Primitive Languages als Kassetten- und Plattenladenprojekt in New York City geführt wurde. Seit 2019 wird es von Nick Klein solo unter dem Namen Psychic Liberation aus der EU heraus betrieben.
Die gleichnamige Konzertreihe findet mit wechselnden Gästen statt.
Andrea Pensado
Andrea Pensado ist Klangkünstlerin, Pädagogin und Konzertveranstalterin. Ursprünglich aus Argentinien stammend, setzte sie ihre Studien in Polen fort, wo sie bei Bogusław Schaeffer studierte. Seit 2002 lebt und arbeitet sie in den USA.
Für ihre Musik verwendet Pensado Stimme und hybride Elektronik. Sowohl ihre Programmierung als auch ihre Performance zeichnen sich durch einen stark intuitiven Ansatz aus. Das Zusammenspiel von Aufführungssituation, irrationalem Stimmeinsatz und der inhärenten Unvorhersehbarkeit der Improvisation führt dabei immer wieder zur Entdeckung unbekannter Räume ihres eigenen Bewusstseins.
Sie tritt regelmäßig in den USA und international auf – sowohl als Solokünstlerin als auch in zahlreichen Kooperationen mit anderen Musiker*innen. Ihre Veröffentlichungen erschienen unter anderem bei Zeromoon, Pan Y Rosas Discos, Cruel Symphonies, Econore Records, Feeding Tube Records, Orb Tapes, Mutual Aid Records, Love Earth Music und Artsy Records. Darüber hinaus organisiert sie Sonorium, eine Konzertreihe für experimentelle Musik mit Sitz in Salem, Massachusetts (USA).
HMOT
Sattar Stas Shärifulla, auch bekannt als HMOT, ist ein in Basel lebender Künstler, Komponist und Forscher. In seiner Arbeit untersucht er, wie das Hören Identität und Erinnerung prägt.
Geboren und aufgewachsen in Ostsibirien und mit Yılan-Bashqort-Abstammung (den „Baschkiren“ des Yılan-Clans), erforscht er die auditive Natur autochthoner Kulturen Nord- und Zentralasiens, in denen Hören und Klang historisch eine größere Bedeutung hatten als das Schreiben. Ausgehend von seiner eigenen Ent-, Wieder- und Neuverbindung mit diesem kulturellen Erbe beschäftigt sich Stas insbesondere damit, wie Siedlerkolonialismus indigenes Wissen unterwirft und verzerrt, indem dessen gesellschaftspolitische Funktion auf die Produktion exotisierter Museumsobjekte reduziert wird – und wie sich diese Dynamiken überwinden lassen. In seiner künstlerischen Praxis arbeitet Stas sowohl mit traditionellen Instrumenten als auch mit computergestützten Musiktechnologien. Seine Arbeiten umfassen Performance, räumlichen Klang und Mixed-Media-Installationen, Komposition in offenen Formen, freie Improvisation, spekulative Klangfiktion, Soundwalks und weitere experimentelle Formate. Sein Hauptinstrument ist die Quray, eine baschkirische, an beiden Enden offene Längsflöte, deren traditionellen Klang er durch elektroakustische Verfahren und erweiterte Spieltechniken ergänzt.
bela
bela (they/them) ist ein*e südkoreanische*r Musiker*in und Performance-Künstler*in und lebt zwischen Berlin und Prag. In den Arbeiten von bela werden gutturale Stimme und Feedback eingesetzt, um Textur und Resonanz zu erzeugen. Konzeptionell nimmt belas künstlerische Praxis häufig eine autobiografische Perspektive ein, die sich durch persönliche Erfahrungen, Herkunft und Transzendenz bewegt. So laden Musik und Performance dazu ein, die Verortung von Klängen und Körpern innerhalb sozialer und kosmischer Zusammenhänge neu zu denken und zu erweitern.
Das jüngste Album sowie die gleichnamige Performance Korean Love Sonnets widmen sich einer experimentellen Erforschung der Akustik der gutturalen Stimme in Beziehung zu anderen Körpern und Räumen. Darin entdeckt bela Romantik in ihrer unmittelbarsten, körperlich erfahrbaren Form und arbeitet mit Knarren, Feedback und Resonanz, um eine zugleich düstere und intime Klangwelt zu schaffen, die von unmenschlich anmutenden Tönen über der materiellen Ebene in der Schwebe gehalten wird.
Dienstag, 20. Oktober
Kuppelhalle
Einlass: 19 Uhr / Beginn: 20 Uhr
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