transmediale: Ausstellung "Emergent Conditions" – Eröffnung
Drei Installationen, die Formen des Zusammenlebens von Menschen und synthetischen Agenten untersuchen und dazu einladen, spekulative Erzählungen über nahe Zukunftsszenarien zu entwickeln.
Wie verändert die kontinuierliche Weiterentwicklung von Technologien das Zusammenleben von Menschen, synthetischen Agenten und ihrer Umwelt? Und was entsteht aus diesen Beziehungen – sei es gewollt oder auferlegt?
Emergent Conditions untersucht mögliche Formen des Zusammenlebens von Menschen und synthetischen Agenten und lädt dazu ein, spekulative Erzählungen über nahe Zukunftsszenarien zu entwickeln. Die Ausstellung vereint drei Werke an der Schnittstelle künstlerischer und wissenschaftlicher Forschung und reflektiert die Spannungen und Verbindungen, die durch neue Fähigkeiten synthetischer Agenten entstehen – darunter zutiefst menschlich anmutende Eigenschaften wie Gedächtnis und Stimme.
Die drei Installationen begreifen Technologie als etwas, das durch den Körper, das Gedächtnis sowie die Rhythmen unserer Aufmerksamkeit und Wahrnehmung erfahrbar wird. Ausgehend von Kompression, trainierten KI-Modellen und verborgenen Signalen stellt die Ausstellung das Phänomen der Emergenz – das Entstehen von etwas Neuem – als Strategie des In-Erscheinung-Tretens in den Mittelpunkt. Mit Bezügen von der Kybernetik und der kritischen KI-Forschung über Quantencomputing bis hin zu Neurowissenschaften und Gedächtnisforschung machen die Künstler*innen sichtbar, wie sich Subjektivität zunehmend im Zusammenspiel menschlicher Erfahrungen und technologischer Systeme herausbildet und gegenseitig formt.
Die Künstler*innen
Amanda E. Metzger versteht Kompression als kreatives Werkzeug: Um etwas Neues zu schaffen, müssen wir vergessen. Die Arbeit bewegt sich zwischen Informatik, Neurowissenschaften und aufkommenden Forschungsfeldern wie Quantencomputing und Biocomputing. Sie sucht nach Formen der Kompression, die genug bewahren, um alles Wesentliche zu erhalten, und zugleich ausreichend auslassen, damit die Vorstellungskraft die Lücken füllen kann. Metzger ist Artist-in-Residence bei transmediale im Rahmen der Digital Art Residency, in Kooperation mit Pro Helvetia.
Laura Benech untersucht verborgene Signale, die unseren Alltag prägen. Mithilfe eines vielschichtigen Systems macht sie sichtbar, was sich innerhalb von Erfahrungen des Zusammenlebens einer formalen Erfassung entzieht. Benech ist Artist-in-Residence bei transmediale im Rahmen der CoExistence Residency, in Zusammenarbeit mit dem HEK (Basel, Schweiz) und Pleamar (Mar del Plata, Argentinien), unterstützt von Pro Helvetia.
Zeno Gries entwirft ein spekulatives Szenario rund um den Tod von Norbert Wiener, dem Begründer der Kybernetik und sogenannten Großvater der künstlichen Intelligenz. Wieners Monolog verwebt originale Tonaufnahmen seiner Vorlesungen mit einem spekulativen Text, der von einer KI-generierten Annäherung an seine Stimme gesprochen wird. Kindheitserinnerungen verschränken sich dabei mit seinen Überlegungen: dazu, wie das Nervensystem wie ein Rechenapparat funktioniert, wie Identität als Muster potenziell reproduzierbarer Informationen verstanden werden kann und wie Maschinen lernen können.
Die Ausstellung findet im Rahmen der Berlin Science Week statt.
Dienstag, 3. November
18 Uhr
transmediale studio
Eintritt frei