Koaxula pres. Deslenguadas

silent green präsentiert

Koaxula ist ein gemeinsames Klangaktivierungs- und Performance-Projekt der kolumbianischen Künstlerin Natalia Escobar und der mexikanischen Künstlerin Daniela Huerta.

Ihre erste Arbeit Deslenguadas geht aus einer Analyse von „Die furchtbare Mutter“ hervor, welche die verschlingenden, verführerischen und poetischen Aspekte enthält, die von Gottheiten ausgehen, die mit der Schlange assoziiert werden, so z.B. die aztekischen Coatlicue und Tlazolteotl oder die Embera JEFA.

Während der Aufführung von Deslenguadas werden Peitschen als Klanginstrumente eingesetzt, die einerseits die Macht der Schlangengötter symbolisieren und andererseits die ihnen anhaftende historische Assoziation mit Unterdrückungssystemen hinterfragen sollen. Der durch die Peitsche entstehende Überschall-Effekt oder Schallknall ruft eine futuristische Qualität hervor, die im metaphorischen Sinne eine transzendente Dimension jenseits der Zeit ermöglicht, die Gottheiten umgestaltet und sie ihrer historischen Konnotationen entledigt, um ihnen eine neue Bedeutung zu verleihen. Anhand der klanglichen Energie ihrer Peitschen, die den Übergang zwischen verschiedenen Dimensionen ermöglichen, dringen Koaxula in das Maul der Schlange ein, das, durch Reihen gefährlicher Zähne geschützt, eine Art „Vagina Dentata" darstellt. Sie reisen schließlich durch sechs Ebenen in die Unterwelt, auf der Suche nach den zerstörerischen und transformierenden Kräften, der sexuellen Macht und dem Wort der abgetrennten Zungen der verschiedenen weiblichen Wesen, die dort leben. Es ist eine Rückkehr in das Reich der Wildnis, eine Wiederverbindung mit ihrer dunklen animalischen Seite und mit der verschütteten Macht der Großen uroborischen Mutter.
 

Donnerstag, 29. August
Kuppelhalle
Einlass 19 Uhr / Beginn 20 Uhr
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