Sintonia 2026 Attunement III: Tuce Alba + Mo'ong & Bilawa
Attunement III
Indem sie traditionelle Instrumente bis an die Grenzen ihrer klanglichen Möglichkeiten führen, beschließen Tuce Alba und Mo’ong & Bilawa diese Ausgabe von Sintonia.
Tuce Alba erforscht die Möglichkeiten von Klang durch eine visuelle und räumliche Auseinandersetzung mit einem Sound, der zugleich roh und emotional ist. Ihre Arbeit mit der Ney und modularer Synthese eröffnet eine neue, erfrischende Prespektive auf traditionelle Instrumentaltechniken. Mo’ong Santoso Pribadi und Bilawa Ade Respati präsentieren eine audiovisuelle Auseinandersetzung mit Post-Gamelan-Musik. Algorithmisch erzeugte Klänge, bearbeitete Samples und großflächige Schichten synthetischer Drones verbinden sich zu einem intensiven Klangbild. Ihre energiegeladene Zusammenarbeit löst die traditionellen Stimmungssysteme des Instruments auf und überführt sie in ein sich ständig wandelndes, synthetisches Feld audiovisueller Verdichtung.
Tuce Alba ist Architektin, Musikerin und Klangkünstlerin und lebt und arbeitet in Berlin. Im Zentrum ihrer Praxis steht Klang als Material zur Gestaltung zeitlicher und räumlicher Erfahrungen. Ihre Arbeiten beschäftigen sich mit langsamer Transformation, minimaler Bewegung und der physischen Beschaffenheit von Klangtexturen. In ihren Live-Performances entstehen rohe, schwere Klangwelten aus Noise, Verzerrung, tiefen Bässen und Feedback. Keine Melodie, keine Sanftheit – nur pure Energie. Jede Performance wird so zu einer zugleich spirituellen und körperlichen Erfahrung, die ebenso gefühlt wie gehört werden will. Als langjährige Ney-Spielerin erweitert sie die Möglichkeiten des Instruments, indem sie es mit Elektronik und modularer Synthese verbindet. Dabei erforscht sie, wie traditionelle Klänge neu bearbeitet, fragmentiert und transformiert werden können, ohne ihre Verbindung zu ihren Ursprüngen zu verlieren.
'Mo'ong & Bilawa' ist ein gemeinsames Projekt der indonesischen Musiker Bilawa Ade Respati und Mo’ong Pribadi. Bilawa Ade Respati ist ein multidisziplinärer Künstler, dessen Arbeit von unterschiedlichsten Bereichen geprägt ist – von Ingenieurwesen und darstellenden Künsten bis hin zur europäischen Musiktradition und der javanischen Karawitan-Musik. Mo’ong Pribadi ist vor allem für seine experimentelle Musik und den Bau eigener Instrumente bekannt, unter anderem als Mitglied der Bands Raja Kirik und Takkak Takkak. Abseits ihrer individuellen künstlerischen Praktiken treten die beiden in einen musikalischen Dialog und entwickeln daraus einen spielerischen, synkretischen Sound. In diesem Spiel zu zweit wird die Kakophonie des Lebens hörbar – in all ihrer Vielfalt, Widersprüchlichkeit und Energie – und nicht nur zugelassen, sondern ausdrücklich umarmt.
Mittwoch, 9. Dezember
Kuppelhalle
Einlass: 19 Uhr / Beginn: 20 Uhr
Tickets oder an der Abendkasse