Wer gestaltet Kultur im Zeitalter von KI?
silent green & Kuratorin Anika Meier präsentieren
Wer gestaltet Kultur im Zeitalter generativer KI? Ein Kurzfilmprogramm und ein Panel-Talk gehen dieser Frage aus künstlerischer und theoretischer Perspektive nach und beleuchten, wie generative KI Bilder, kulturelle Produktion und technologische Infrastrukturen verändert.
Kurzfilmprogramm: Unlearning to See
16–18.30 Uhr
Künstler*innen: Kevin Abosch, Crosslucid, Boris Eldagsen, Flynn by Malpractice, Malpractice, Jess Tucker
Wer erzeugt Bilder, wenn Modelle Bilder erzeugen? Fotografien, Filme und digitale Bilder entstehen heute aus Prompts, Datensätzen und Modellen. Sie werden trainiert, generiert, moderiert und zirkulieren durch algorithmische Systeme. Generativer Film. Deepfakes. Eine KI-generierte Oper. Flynn by Malpractice, die erste nicht-menschliche Kunststudent:in der Welt. Kuratiert von Anika Meier.
Das Screening versammelt internationale Positionen, die zeigen, wie generative KI verändert, was Bilder zeigen, wie wir sie lesen und wem wir noch glauben. Kevin Abosch entwickelt vollständig KI-generierte Filme. Boris Eldagsen richtet generative Bildmodelle gegen ihre eigenen Versprechen. Jess Tucker verbindet reale Bewegungsdaten mit auf Deepfake-Pornografie trainierten Modellen. Malpractice entwickelt eine KI-generierte Oper über algorithmische Moderation und kollaborative Zensur. Flynn by Malpractice ist die erste nicht-menschliche Kunststudent:in der Welt und spricht mit Menschen über Erschöpfung, Intimität und Beziehungen im Zeitalter algorithmischer Plattformen. Crosslucid entwickelt poetische und spekulative Bildwelten zwischen menschlicher und maschineller Imagination.
Panel-Talk
17–18.30 Uhr
Wer gestaltet Kultur im Zeitalter generativer KI?
Über Modelle, Macht und Mythen
Sprecher*innen: Mat Dryhurst, Anan Fries, Sarah Friend, Jess Tucker, mit Statements von Simon Denny
Kuratiert und moderiert von Anika Meier
Generative KI verändert die kulturelle Produktion grundlegend. Künstler*innen reagieren darauf mit neuen Arbeitsweisen, während Plattformen, Modelle und Protokolle zunehmend bestimmen, wie Bilder entstehen, zirkulieren und wahrgenommen werden. Das Panel bringt vier internationale Positionen zusammen, die diese Entwicklung seit Jahren aus künstlerischer und theoretischer Perspektive begleiten.
Mat Dryhurst entwickelt gemeinsam mit Holly Herndon künstlerische Projekte zu KI, Datensätzen und kultureller Infrastruktur. Seine Arbeit richtet den Blick auf Modelle, Protokolle und institutionelle Rahmenbedingungen, die kulturelle Produktion ermöglichen und strukturieren.
Anan Fries untersucht die kulturellen und politischen Narrative rund um KI, von Silicon-Valley-Mythen über Techno-Faschismus bis hin zu Ritualen als Formen kollektiver Imagination und Widerständigkeit. In ihrer Arbeit fragt sie zugleich, wie viel Handlungsmacht Künstler*innen gegenüber den Infrastrukturen großer Technologieunternehmen überhaupt noch besitzen und welche alternativen Werkzeuge und Modelle nötig wären, um diese Abhängigkeiten zu überwinden.
Simon Denny untersucht die politischen, wirtschaftlichen und technologischen Machtstrukturen digitaler Systeme. Seine Arbeiten analysieren Plattformen, Unternehmen und staatliche Akteure und zeigen, wie sich Macht im digitalen Raum organisiert.
Sarah Friend beschäftigt sich mit emerging technologies, digitalen Eigentumsformen und dezentralen Netzwerken. Ihre künstlerische Praxis entwirft alternative Modelle von Besitz, Gemeinschaft und technologischer Organisation.
Jess Tucker arbeitet mit generativer KI, Film und Deepfake-Modellen. Ihre Arbeiten verbinden dokumentierte Körper mit synthetischen Bildern und hinterfragen den automatisierten Blick auf den Körper, auf Intimität und auf maschinelle Wahrnehmung.
Ausgehend von diesen Positionen diskutiert das Panel, wie sich künstlerische Praxis unter den Bedingungen generativer KI verändert und welche Rolle Künstler*innen heute bei der Gestaltung technologischer Systeme, kultureller Infrastrukturen und gesellschaftlicher Vorstellungen von KI einnehmen können.
Sonntag, 6. September
Kuppelhalle
Kurzfilmprogramm: 16–18.30 Uhr
Panel-Talk: 17–18.30 Uhr
Tickets